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Bezirksversammlung des BDF-Oberpfalz am 23.04.2018

Am 23. April 2018 fand im Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld die Bezirksversammlung Oberpflaz statt:
Hauptthema war "Nachwuchs für den Wald – auch beim Personal". Neben dem Ausschussvorsitzenden für den Öffentlichen Dienst, MdL Tobias Reiß, waren auch der Leiter der Forstverwaltung MDirig Georg Windisch und der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Herr Reinhard Neft anwesend.

Bezirksversammlung:

wann?

23. April 2018 

wo?

Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld

Tagesordnung

>Einladung mit Tagesordnung

 

> Hier finden Sie den Artikel aus BDF Aktuell 10/2018 im Originalformat (pdf)

BDF-Bezirksversammlung Oberpfalz 2018
„Nachwuchs für den Wald – auch beim Personal“

Nachwuchsgewinnung und Mitarbeiterbindung gewinnen immer größere Bedeutung bei der Personalpolitik privater wie auch öffentlicher Arbeitgeber der Forstbranche.

Landesvorsitzender Bernd Lauterbach belegte auf der diesjährigen Bezirksversammlung des BDF Oberpfalz die Brisanz mit einigen Fakten. So gehen bei den Bayerischen Staatsforsten und der Bayer. Forstverwaltung in den nächsten 10 Jahren im Schnitt mind. 50 Personen/Jahr in Pension. Gleichzeitig sollen bayernweit die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt, Leuchtturmprojekte errichtet und die politisch beschlossenen 200 zusätzlichen Stellen in der Bayer. Forstverwaltung für den dringend nötigen Waldumbau besetzt werden. Die Konkurrenz um die besten Köpfe bei forstlich ausgebildeten Fachleuten wie auch beim Verwaltungspersonal zwischen den verschiedenen Arbeitgebern von Bund, Ländern, Kommunen, Forstlichen Zusammenschlüssen, Einschlagsfi rmen, Sägewerken, Baumschulen usw. nimmt deutlich zu.

Für MdL Tobias Reiß, stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender und parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im bayerischen Landtag, ist die Nachwuchsgewinnung, nicht nur im öffentlichen Dienst, das zentrale Thema. In den vergangenen Jahren wurde hier bereits viel unternommen, u. a. wurden über 600 Stellen in die nördliche Oberpfalz verlagert, die Tarifabschlüsse wurden auch für die Beamten 1:1 übernommen. Neben der Bezahlung sind aber u. a. auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Home-Offi ce, fl exible Gestaltung der Arbeitszeit wichtige Faktoren bei der Nachwuchsgewinnung. Rein mit der Bezahlung kann der öffentliche Dienst gegenüber privaten Arbeitgebern nicht mithalten.

Dass die Herausforderungen des Klimawandels v. a. bei der Waldbewirtschaftung mehr Personal benötigen, davon sei er (Reiß) überzeugt und verwies auf ein entsprechendes „Signal vom letzten Jahr“ und sprach damit die Waldumbauoffensive 2030 an, für die im bayerischen Haushalt zusätzliche Mittel in Höhe von 200 Mio. € und 200 Stellen zur Verfügung gestellt werden.

Der Leiter der Bayerischen Forstverwaltung, MDirig Georg Windisch, betonte, dass die große Pensionierungswelle abzusehen war. „Wir haben schon seit 2005 an der oberen Grenze dessen eingestellt, was ging“, versicherte Windisch. In diesem Jahr konnten nicht einmal alle Referendarstellen besetzt werden. Von 40 Uni-Absolventen absolvieren nur ca. zwanzig das Referendariat. „Die jungen Leute werden vom Studium in Weihenstephan sofort von anderen Arbeitgebern angeworben“, bedauerte der Ministerialdirigent. Dabei haben Wald und Forstwirtschaft in Gesellschaft und Politik wieder einen hohen Stellenwert bekommen. Die Forstverwaltung habe mit einer Erhöhung der Ausbildungszahlen und einer besseren Beförderungssituation v. a. im Bereich der QE 3 reagiert. Er betonte aber, dass für die qualifizierteren Stellen auch nicht jeder genommen werden könne, wenn die Noten oder Leistung nicht stimmen.

Die Bayerischen Staatsforsten reagieren auf die stärkere Konkurrenzsituation am Arbeitsmarkt auf vielfältige Weise. So hob Vorstand Reinhardt Neft die Attraktivität seines Unternehmens hervor. Hier einige Schlagworte: unbefristete Einstellung, die Altersvorsorge VBL, Jagd, Dienst-Kfz, Fortbildung, Aufgabe, Wald zu gestalten, fl ache Hierarchie, Veränderungen beim Wissenstransfer, neue Lernmethoden, mehr Teamarbeit, Personalentwicklung über das Leben hinweg, positives Führungsverhalten, Online-Bewerbung, mehr Beteiligung der jungen Kollegen, Arbeitsund Gesundheitsschutz, Auditierung bei Beruf und Familie. Neft appellierte aber an die Politik, dass die BaySF mehr Spielraum bei den Tarifbeschäftigten bekommen sollten, um hier noch attraktiver werden zu können. Ebenfalls werden neue Wege in der Personalbindung beschritten. So gibt es neben der Kooperation zur Lehrunterstützung am Hochschulstandort in Freising nun auch die Möglichkeit, den Bachelorstudiengang Forstingenieurwesen dual bzuleisten
und ggf. Stipendien zu vergeben. Weiter sieht Neft in externen Ausschreibungen eine gute Möglichkeit, v. a. Bewerber mittleren Alters mit Erfahrung aus anderen forstlichen Arbeitsfeldern für das Unternehmen zu gewinnen.

In den anschließenden Wortmeldungen aus dem Publikum wurde u. a. angesprochen, dass bei den Forstlichen Zusammenschlüssen ab 31 Cent Wegstreckenentschädigung die Gesamtsumme versteuert werden muss. MdL Reiß versprach, hier nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Zudem wurde die teilweise Kopplung der Förderung an die Holzverwertung kritisiert, da die Betreuung der Privatwälder dadurch holzmarktabhängig sei. Eine Ausrichtung der Zuschüsse auf das Vorhalten forstfachlichen Personals wäre sinnvoller. Gefordert wurde, dass die Zahlung von Tariflöhnen oder eine Bereitstellung von Arbeitsschutzmitteln in die Effizienzkritierien aufgenommen werden sollte.

Auf die Anregung, dass auch in den BaySF wieder verbeamtet werden sollte, betonte MdL Reiß, dass keine erneute Strukturdebatte entfacht werden sollte, und schloss das Thema aus.

Vorstand Neft erwiderte, dass sich der BDF für Verbesserungsmöglichkeiten einsetzen sollte, die auch von den BaySF angegangen werden können. Als Weiteres wurde moniert, dass Beamte mit langjähriger und deutlich überdurchschnittlicher Beurteilung ohne Sonderfunktion nicht nach A 12 befördert werden.

Im internen Teil der Versammlung berichtete Norbert Meier vom BDF-Sozialwerk über die neuesten Änderungen aus der Versicherungswelt. Anschließend informierten die beiden Landesvorsitzenden
Bernd Lauterbach und Klaus Wagner über die aktuelle Berufs- und Verbandspolitik.

Zusammen mit den Bezirksvorsitzenden Oswald Hamann und Alwin Kleber wurden dann noch für 25 Jahre Mitgliedschaft Franz Bründl, Thomas Stadler, Erwin Kahr und Oswald Hamann und für 40 Jahre Franz Xaver Löffl und Ewald Arnold geehrt.

Ein besonderer Dank galt MDirig Georg Windisch. Der Leiter der Bayer. Forstverwaltung geht Ende dieses Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Windisch war ein immer gern gesehener Gast und Redner bei den Versammlungen des BDF in der Oberpfalz. Er hatte immer ein offenes Ohr für die zum Wohle unseres Waldes arbeitenden Beschäftigten und Mitglieder des BDF.

Oswald Hamann, Bezirksvorsitzender

Bezirk

Über die große politische Unterstützung für Wald, Forstwirtschaft und die Forstleute durch MdL Tobias Reiß (3. v. l.), stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender und parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im bayerischen Landtag, freuten sich (v. l.) BaySF-Vorstand Reinhard Neft, Bernd Lauterbach, Alwin Kleber, Oswald Hamann und Georg Windisch, Leiter der Forstverwaltung

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