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Acht-Punkte-Programm zu Wald und Klimaschutz

Der Ministerrat hat am 30. Juli ein Acht-Punkte- Programm zu Wald und Klimaschutz beschlossen:  
1. Erwirtschaftete Überschüsse der Bayerischen Staatsforsten sollen künftig nicht mehr in die Staatskasse fl ießen, sondern dazu verwendet werden, die Wälder und auch die Moore als wichtige CO2-Speicher zu erhalten und klimafester zu machen.  
2. In den nächsten fünf Jahren werden im Staatswald 30 Millionen Bäume gepfl anzt, eine Million Bäume pro Jahr mehr als bislang.  
3. Besonders naturnahe und ursprüngliche alte staatliche Wälder werden aus der Nutzung genommen.  
4. Im Raum Neuburg an der Donau / Ingolstadt wird auf Staatswaldfl ächen ein 2.000 Hektar großes Schutzgebiet im Auwald ausgewiesen.  
5. Um die erneuerbaren Energien zu stärken, wird die Standortsuche für Windenergieanlagen im Staatswald intensiviert.  
6. Die Forschung zu wärmeverträglichen Baumarten wird für den dauerhaften Erhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder verstärkt.  
7. Wir bringen mit Leuchtturmprojekten die Verwendung des klimafreundlichen Rohstoffs Holz als Baumaterial voran und setzen auch auf den vermehrten Einsatz von Restholz in der energetischen Verwertung.  
8. Um Anreize für Waldumbau und Artenvielfalt zu geben, werden Waldbesitzer künftig zusätzliche Mittel und weitere Beratung erhalten.  
In einer Pressemitteilung erklärt Martin Schöffel, der landwirtschaftspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag: „Das heute auf den Weg gebrachte Acht-Punkte-Programm der Staatsregierung zum Waldumbau in Bayern ist ein erster Schritt zur Ausrichtung der Bewirtschaftung des Staatswaldes auf den Klimaschutz.“ Es sei notwendig, „noch schneller als bisher“ vielfältige Mischwälder mit verschiedenen Baumhöhen und Altersstufen zu schaffen. Veränderte Klimabedingungen könnten schließlich nahezu alle unsere Baumarten gefährden. Und Schöffel weiter: „Das Mischen von Baumarten ist deshalb unser Credo für die Zukunft unserer Wälder.“  
Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Landtags-Grünen, hatte zuvor in einer Pressemitteilung vom 26. Juli den „kompletten Rollback der stoiberschen
Forstreform von 2005 und eine neue Aufgabenstellung für die Staatsforsten“ gefordert. Und wörtlich: „Wir brauchen auch wieder mehr Staatsförster im
Wald, deren Sachverstand auch für die Früherkennung neuer Schäden und Schädlinge unverzichtbar ist.“ Eine Neuaufstellung des bayerischen Jagdsystems sei erforderlich, um die Schalenwildbestände nachhaltig zu senken. Notwendig sei die Begründung von Mischwäldern mit fünf oder sechs Baumarten sowie die Verbesserung von Verwertungsmöglichkeiten von Holz.
 
Aus Sicht des BDF gehen viele der Punkte in die richtige Richtung. Entscheidend wird die konkrete Umsetzung. Nicht erwähnt wurde bisher, wer diese Maßnahmen umsetzen soll. Das vorhandene Personal ist mit Kalamitätsbewältigung, Wiederbestockung und teilweise schon verzweifelten Bemühungen um einen Erhalt der Wälder mehr als ausgelastet.