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Zukunftsforst:
Organisationsstruktur für den Bayer. Staatswald im nächsten Jahrzehnt

Aktuelle Herausforderungen für die BaySF

 

Die aktuellen Rahmenbedingungen der Waldbewirtschaftung für die Bayerischen Staatsforsten AöR werden von verschiedenen Herausforderungen geprägt:

  • Vom schnell voranschreitenden Klimawandel, durch hohe Temperaturen, lange Trockenperioden sowie durch eingeschleppte Pilzerkrankungen und Insektenbefall. Sämtliche Wälder sind betroffen, in den trocken-warmen Gebieten sterben nicht nur die Fichte, sondern auch Kiefer, Buche und andere Laubbäume z.T. flächig ab.
  • Das Überangebot von Schadholz führt zu einem drastischen Holzpreisverfall.
  • Die staatlichen Forstorganisationen können ihre Kosten nicht mehr decken, kommen an ihre personellen Grenzen bei der Schadholzaufarbeitung, erleben den Generationswechsel der Bewirtschafter und die schnelle Digitalisierung von Prozessen.
  • Ein Teil der Bevölkerung stellt immer mehr und immer individuellere Anforderungen an die Wälder und sehnt sich gleichzeitig nach Urwäldern, nach Wildnis und Stilllegung.
  • Ein anderer Teil der Bevölkerung setzt auf Holzbau, auf langfristige Holzverwendung und die Substitution von CO2-intensiven Baustoffen durch das weitgehend CO2- neutrale Holz.
  • Der Freistaat Bayern will ein Forstunternehmen, das im Staatswald alle Teilaspekte der Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge umfassend bedient mit einem weiterhin sehr starken Fokus auf der Ökonomie.

In diesem Spannungsfeld muss sich die staatliche Waldbewirtschaftung neu ordnen. Der BDF Bayern als größte forstliche Berufsorganisation im Land ist gerne bereit, seine Erfahrung in die Diskussion einzubringen. Denn es gibt bewährte Strukturen, die sich als flexibel und effektiv sowohl in Normal- wie in Krisensituationen bewährt haben. Es gibt aber auch Entwicklungen, die mehr Wissen verlangen als in den Strukturen, die sich vorwiegend mit forstlichen Kernaufgaben beschäftigen, derzeit vorhanden ist.

Zielvorgaben anpassen

 

Nach dem Staatsforstengesetz dient der Staatswald dem allgemeinen Wohl in besonderem Maße und ist daher gemäß Art. 18 des BayWaldG vorbildlich zu bewirtschaften. Dabei sind in besonderem Maße die Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Wasserwirtschaft zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden durch den Eigentümer Freistaat Bayern vor allem finanzielle Vorgaben gemacht, die eine Umsetzung der genannten Ziele im notwendigen Umfang nicht ermöglichen. Mit Ausrufung des Staatswaldes zum „Klimawald“ verschieben sich die Schwerpunkte immer weiter weg von der Ökonomie, was durch den dramatischen Holzpreisverfall noch beschleunigt wird. Bevor über einen Zukunftsforstbetrieb sinnvoll diskutiert werden kann, müssen zunächst die Zielvorgaben angepasst und die entsprechenden Ressourcen bereitgestellt werden. So hat Bayern z. B. schon heute die nach Flächen und nach Einschlag größten Reviere in Deutschland.

Anmerkungen zum forstlichen Kerngeschäft

 
  • Forstwirtschaft findet auf großer Fläche statt, d.h. die Zeit zur Überwindung von Entfernungen, die zur Bewältigung der anstehenden forstlichen Arbeiten notwendig ist, spielt für die Effizienz eine entscheidende Rolle.
  • Die forstlichen Kerntätigkeiten sind eng miteinander verzahnt, z. B. Holzernte, Neukultur, Konkurrenzregelung usw., d. h. die Verantwortung für die forstlichen Tätigkeiten in einer Funktion schafft große Synergieeffekte, da in einem Arbeitsgang mehrere anfallende Tätigkeiten abgearbeitet werden können.
  • Forstwirtschaft findet häufig, durch den Klimawandel verstärkt, nicht im Regelbetrieb statt mit der Notwendigkeit, auf unvorhergesehene Ereignisse schnell und flexibel reagieren zu müssen.
  • Ortskenntnis und örtliche Erfahrungen sind unabdingbare Voraussetzungen für funktionierendes und effizientes forstliches Handeln.
  • Der Generalist, der alle forstlichen Kompetenzen in einer Person vereint, ist flexibler einzusetzen als ein Spezialist mit großem sektoralem Wissen und Schwächen in anderen Fachbereichen. Spezialisten neigen zudem dazu, ihr Spezialgebiet zu optimieren auf Kosten der anderen Bereiche, der Generalist findet Kompromisse.
  • Eine Digitalisierung ist nach dem momentanen Stand der Technik in definierten Prozessen, wie z. B. dem Holzflussmanagement oder der Georeferenzierung möglich. Sie versagt jedoch, wenn es um individuelle Ansprache von Bäumen geht oder um die Erfassung kleiner Strukturen wie z. B. des ökologischen Kleinstandorts.

Volle Flächenverantwortung beibehalten

 

Für die Erfüllung der forstlichen Aufgaben ergeben sich unter Berücksichtigung dieser feststehenden Rahmenbedingungen aus Sicht des BDF Bayern folgende Schlussfolgerungen:

  • Die Kenntnis aller forstlichen Arbeitsprozesse und gesetzlichen Vorgaben sowie die Fähigkeit zu deren effektiven Umsetzung in die Praxis sind bei der Revierleitung vorhanden.
  • Die Zuständigkeit für eine definierte Waldfläche erhöht die Motivation und Einsatzbereitschaft aller Beschäftigten, u. a. auch bei den Forstwirten.
  • Durch die volle Flächenverantwortung der Revierleitung entsteht kein sektorales Denken, sondern ein umfassendes Verständnis für die aktuellen und langfristigen Notwendigkeiten. Dadurch wird der notwendige Ausgleich divergierender Interessen sowohl innerhalb des Forstbetriebes wie auch der Gesellschaft erst möglich.
  • Durch die umfassende Kenntnis der Prozesse ist die Revierleitung jederzeit universell einsetzbar. Spezialisierung auf Tätigkeitsfelder hingegen erhöhen den Abstimmungsbedarf mit anderen Spezialisten und den Zeitaufwand zum Erreichen der Örtlichkeiten.
  • Die volle Flächenverantwortung im forstlichen Bereich ist nicht nur auf der Revierebene, sondern auch auf Forstbetriebsebene eine bewährte und belastbare Organisationsstruktur.

In anderen Bundesländern wird aufgrund der Erfahrungen aus der Klima- und Borkenkäferkrise die umfängliche Flächenverantwortung im Reviersystem wieder verstärkt propagiert. Funktionalisierungen im forstlichen Kerngeschäft werden hingegen zurückgenommen.

Öffentlichkeitsarbeit ausbauen

 

Die Bevölkerung hat sehr divergierende Anforderungen an die Wälder, speziell an die Staatswälder. Eine große Mehrheit sieht keine Notwendigkeit, mit Forstwirtschaft im öffentlichen Wald Geld zu verdienen, das dann zudem noch anderen Zwecken als dem Wald zugeführt wird. Auch fehlt vielen Menschen in hohem Maß das Verständnis, dass unsere Wälder in ihrer jetzigen Form durch den Menschen geschaffen wurden und permanent weiterentwickelt werden. (???) Darüber hinaus werden die Anforderungen an den Wald immer umfangreicher und zunehmend von Einzelinteressen geprägt. Diese Tatsachen zwingen dazu, forstliche Tätigkeiten in allen Bereichen und über verschiedene Kanäle (??) zu erklären. Denn nur was verstanden wird, wird auch akzeptiert.
Aus Sicht des BDF Bayern muss die Information der Öffentlichkeit durch die Forstleute deutlich ausgebaut werden. Es muss Verständnis dafür geschaffen werden, dass unsere Wälder Kulturwälder sind; begründet vor Generationen mit ganz anderen Anforderungen als heute. Es muss deutlich gemacht werden, dass durch die stark zunehmenden Trockenzeiten und Hitzeperioden eine natürliche Regeneration der Wälder an ihre Grenzen stößt. Der notwendige Waldumbau und die wichtige Waldpflege können in den meisten Fällen nur durch forstliches Handeln erreicht werden.

  • Revierleiter als Gesicht der Öffentlichkeitsarbeit

Um diese Botschaften in die Bevölkerung effektiv und glaubhaft zu transportieren, müssen v. a. in Bayern die Reviere wieder mit einem Gesicht verbunden werden können. In den Bayerischen Staatsforsten gibt es im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Forstorganisationen in Deutschland und auch im Vergleich mit der Bayerischen Forstverwaltung keine Möglichkeit für die Bürger, mit den Forstleuten vor Ort unkompliziert in Kontakt zu treten. Dies erscheint dem BDF als großes Manko, denn Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) funktioniert nur, wenn sie authentisch und personifiziert erlebt werden kann und zwar auf allen Kanälen. Die Forstbetriebe haben hierfür eine deutlich zu große Flächenausdehnung. Die Öffentlichkeit will für ihre Bedürfnisse und Fragen einen lokalen Ansprechpartner, sie will „ein Gesicht sehen“, entweder „face to face“, in der Presse oder auch in den sozialen Netzwerken.

  • Mehr Personal und Geld

Die Forstleute erleben in ihrer täglichen Arbeit, dass die Bevölkerung sehr interessiert an Informationen über „ihren“ Wald ist. Für die notwendige Aufklärung fehlt aber das Personal.
Auch die Politik fordert eine bessere Erklärung forstlichen Tuns. Aktuell jedoch haben die öffentlichen Forstorganisationen den Meinungsbildungsprozess an Andere abgegeben mit der Folge, dass gerne gehörte und leicht vermittelbare Halb- und Unwahrheiten die Diskussion bestimmen. Sie verlieren ihre – neudeutsch genannte - „licence to operate“ und werden langfristig nicht mehr den dringend benötigten Rohstoff Holz zur Verfügung stellen können. Wenn die politisch Verantwortlichen den Wirtschaftscluster Holz erhalten wollen, der im Rahmen der Biotechnologie Zukunftsperspektiven bietet, die vergleichbar mit der Künstlichen Intelligenz sind, dann müssen sie Zeit, Geld und Personal für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen.

Spezialwissen bündeln

 

Jenseits des forstlichen Kerngeschäftes und der dringend gebotenen Informationsoffensive gibt es jedoch alte und neue forstliche Aufgaben, die Spezialwissen erfordern und für deren Bewältigung über angepasste Organisationsstrukturen nachgedacht werden muss. Für diese Bereiche ergibt sich die konkrete Fragestellung, welche Aufgaben am effizientesten in der lokalen Forstorganisation erledigt werden können oder ob regionale oder sogar zentrale Strukturen besser geeignet sind.
Ausgewählte Beispiele sind hierfür Holzlogistik, Naturschutz und Ökosystemdienstleistungen.

  • Holzlogistik

Aus Sicht des BDF hat sich die „Frei Werk Lieferung“ grundsätzlich bewährt. Allerdings offenbaren sich in der aktuellen Borkenkäfersituation und der andauernden Holzmarktkrise auch organisatorische Schwächen, weil Holzproduktion und Holztransport zwei voneinander unabhängige Prozesse sind, die bei der Borkenkäferbekämpfung nicht bestmöglich ineinandergreifen. Hier sollte über regionale Strukturen nachgedacht werden, die beide Prozesse z. B. in den Kundenbetreuerbüros in einem Prozess vereinen.

  • Naturschutz

Naturschutzfachliche Aufgaben im Wald erlangen eine immer größere Bedeutung. Die Betreuung und fachliche Begleitung der Wälder in Biosphären- und Naturwaldreservaten, in Naturwäldern, FFH-, SPA- Gebieten und weiteren Naturschutzgebieten sowie in forstlichen Trittsteinen und Klasse 1- Wäldern erfordern detailliertes Wissen. Zwar sind Forstleute in Naturschutzfragen sehr gut ausgebildet und haben lange Erfahrungen im Waldnaturschutz, jedoch muss das notwendige vertiefte Wissen beigesteuert werden. Aus Sicht des BDF ist das vorhandene System von regional tätigen Naturschutzfachleuten zu verstärken, die einerseits beratend für die lokale Forstorganisation zur Verfügung stehen, aber auch Leitlinien für die Betreuung größerer unter Prozessschutz stehender Wälder erarbeiten.

  • Ökosystemdienstleistungen

Die Kenntnis über geeignete Flächen ist häufig nur lokal beim Forstrevier/dem Forstbetrieb vorhanden. Die weitere Umsetzung wie z.B. die Berechnung von Ökopunkten, die Verhandlungen mit den Genehmigungspartnern und Interessenten sind allerdings derart komplex, dass hier Spezialistenwissen notwendig ist. Nach Auffassung des BDF ist hier eine regionale oder sogar zentrale Organisation am zielführendsten, der die lokale Einheit zuarbeitet.

Zu hohe Arbeitsbelastung

 

Die Arbeitsbelastung im Bayerischen Staatsforst ist in allen Bereichen hoch. Bestätigt wird diese Tatsache u.a. durch einen Untersuchungsbericht über die Arbeitsbelastung und die Arbeitsprozesse an den Forstbetrieben.

  • Personalkennzahlen richtig einordnen

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Personalkennzahlen in der gewählten Berechnungsart nur einen Überblick über die Verteilung des vorhandenen Arbeitsvolumens auf die einzelnen Personen oder Organisationseinheiten geben. Sie können keine Aussage darüber treffen, ob das Arbeitsvolumen in der gesetzlichen oder tariflichen Arbeitszeit und in der waldgesetzlich geforderten vorbildlichen Qualität auch erfüllt werden kann.
Daher liefern sie für die Einschätzung einer der Aufgabe angemessenen Personalausstattung nur einen Teilaspekt, denn:
Bei einer veränderten Zahl der untersuchten Einheiten ergibt sich immer, und bei jeder Neuberechnung wiederum, ein Teil oberhalb und ein Teil unterhalb des durchschnittlichen Arbeitsvolumens, also eine Spreitung um die Zahl 1. Diese Berechnung kann theoretisch solange fortgeführt werden, bis nur mehr zwei Einheiten vorhanden sind. Wenn beide nicht absolut gleiche Ausgangsgrößen aufweisen, wird auch dann die eine über der magischen 1 und die andere darunterliegen! Personalkennzahlen in dieser Form müssen für eine fundierte Beurteilung mit zusätzlichen Gesichtspunkten ergänzt werden, um abschätzen zu können, inwieweit eine Organisationseinheit stark oder weniger stark belastet ist.

  • Dezentrale Verantwortung stärken

Im Verhältnis Zentralstrukturen zu dezentralen Strukturen ergibt sich v. a. aufgrund der sehr unterschiedlichen örtlichen Verhältnisse sowie der großen Flächenausdehnung die Notwendigkeit, das Subsidiaritätsprinzip vollumfänglich und konsequent anzuwenden. Was vor Ort entschieden werden kann, muss auch vor Ort entschieden werden dürfen. Sowohl in finanzieller Hinsicht wie bei der Erfüllung der naturalen Größen muss vor Ort verantwortet werden können, welche Prioritäten zu setzen sind. Bei zu dominanter zentraler Steuerung besteht die Gefahr, dass z. B. waldbauliche oder naturschutzfachliche Vorgaben nicht oder nur mangelhaft umgesetzt werden können, weil die Finanzausstattung nicht ausreichend ist. Hier sind klare und ausreichende Kompetenzen für die Einheiten vor Ort notwendig. Bei widersprüchlichen Zielvorgaben oder zu geringen Finanz- oder Personalressourcen müssen regionale Prioritäten möglich sein.
Sinnvoll hingegen ist eine zentrale Überprüfung, ob örtliche Entscheidungen nachvollziehbar, verantwortungsvoll und im Rahmen der Vorgaben und Ressourcen erfolgten. Eine zu strikte Führung mit Zielvorgaben widerspricht allerdings den Grundsätzen der Subsidiarität.
Das Subsidiaritätsprinzip muss zudem auch gelten, wenn neue Geschäftsfelder ausgebaut werden sollen. Es gibt sinnvolle Geschäfte außerhalb des forstlichen Kerngeschäftes, mit denen sich eine forstliche Organisationseinheit auch in finanzieller Hinsicht diversifizieren kann. Dabei spielen aber das lokale Umfeld und/oder gewachsene Strukturen die entscheidende Rolle für eine Akzeptanz und den geschäftlichen Erfolg. Und diese Kenntnisse finden sich nur vor Ort.

Fazit

 

Wenn nach fünfzehn Jahren ein großer Forstbetrieb über seine Strukturen nachdenkt, ist das aus Sicht des BDF Bayern ein notwendiger und sinnvoller Vorgang. Die Probleme auf dem Holzmarkt, die eine geregelte und rentierliche Forstwirtschaft in Mitteleuropa derzeit unmöglich machen, dürfen aber nicht der Maßstab für mögliche strukturellen Veränderungen sein!
In den Mittelpunkt der Überlegungen müssen vielmehr folgende Tatsachen gestellt werden:

  • Der Klimawandel stellt unsere Wälder und seine Bewirtschafter vor enorme Herausforderungen;
  • Die gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald wachsen stark;
  • Eine weiterhin ökonomische Ausrichtung im Staatswald wird von den Waldnutzern abgelehnt;
  • Die Gesellschaft hat ein zunehmend hohes Bedürfnis nach detaillierten Informationen über das konkrete forstliche Handeln;
  • Intakte Wälder sind ein eminent wichtiger Faktor der Daseinsfürsorge;
  • Eine intelligente Holznutzung wirkt sich sehr positiv auf die CO2- Bilanz einer Gesellschaft aus;
  • Der Rohstoff Holz besitzt enorme Zukunftsaussichten, u.a. in der Biotechnologie;
  • Heimisches Holz ist die Grundlage für den Erhalt und Ausbau des Wirtschaftsclusters Wald Forst Holz als wichtiger und äußerst krisenfester Arbeitgeber nicht nur, aber auch im ländlichen Raum.

Wenn sich der Klimawandel weiter beschleunigt, wenn meteorologische und biologische Gefährdungen für unsere bayerischen Wälder weiter rasch zunehmen - wie viele Wissenschaftler in ihren Prognosen vorhersagen - dann könnten sich in kurzer Zeit ganz neue Fragen stellen. Schon jetzt rückt in manchen Regionen der Walderhalt in den Fokus, völlig unabhängig von der Besitzstruktur. Walderhalt ist dann die zentrale Aufgabe, die unabdingbar notwendig ist für den Erhalt weiterer menschlicher Lebensgrundlagen. Spätestens dann müssen Entscheidungen getroffen werden, die weit über die aktuelle Strukturanpassungsdiskussion in den Bayerischen Staatsforsten hinausgehen. Vor allen Diskussionen muss allerdings eine Anpassung der Zielsetzung für den Bayerischen Staatswald stehen. Gesellschaftliche Anforderungen, die Ausrufung zu Klimawald und die finanziellen Vorgaben klaffen immer weiter auseinander. Deshalb muss der Souverän über den bayerischen Staatswald, d.h. der Landtag im Zusammenwirken mit dem Ministerrat, klar definieren, welche Aufgaben den Bayerischen Staatsforsten über das im Jahr 2005 definierte Aufgabenvolumen hinaus übertragen werden sollen. Denn in den vergangenen 15 Jahren haben im und um den Wald so tiefgreifende Änderungen stattgefunden, dass auch in dieser Hinsicht eine Neuausrichtung erforderlich ist, die vor einer Strukturdiskussion zwingend definiert werden muss.