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Reduktion der bayer. Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Was ändert sich?

Gemäß Pressemeldung Nr. 117 der Bayerischen Staatskanzlei vom 7.7.2020 wird die Zahl der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) um circa ein Drittel reduziert.
Die neue Organisation wird ab 1. Oktober 2020 schrittweise eingeführt und sieht künftig in Bayern 32 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor:

Lediglich 17 ÄELF bleiben in ihrer Struktur unverändert, 30 Ämter werden jeweils mit einem benachbarten Amt zu 15 neuen Verbundämtern zusammengelegt. Die Wälder und Waldbesitzer in den 71 bayerischen Landkreisen und 25 kreisfreien Städte werden somit künftig von 32 anstatt bisher von 47 Ämtern betreut.

Allerdings sollen alle bisherigen 47 Ämterstandorte erhalten bleiben, unverändert bleibt auch die Zahl der staatlichen Forstreviere: Die Beratung und Betreuung vor Ort ist damit wie bisher gewährleistet.

Künftig wird es an den neuen (größeren) Ämtern einen Behördenleiter bzw. eine Behördenleiterin geben und zwei BereichsleiterInnen: Jeweils eine/n für den BereichsleiterLandwirtschaft und ein/e für den Bereich Forsten. Die Amtsverwaltung wird fusioniert.

Wie sieht die neue Struktur aus?

derzeitiger Stand nach einem Entwurf des Bayer. StMELF (Farben verändert:)
--- dunkelgrün künftig fusionierte AELF --- hellgrün: Ämter die in ihrer bisherigen Ausdehnung erhalten bleiben)


(Durch einen Klick auf die Karte können Sie das Bild vergrößern)

Warum wird die Organisation geändert?

Die regionalen Strukturen der Landwirtschaftsverwaltung sollen an die neuen Herausforderungen an die bayerische Agrarpolitik angepasst werden. In Umsetzung des Versöhnungsgedankens aus dem Volksbegehren Artenschutz soll die Landwirtschaft noch mehr in die Mitte der Gesellschaft rücken. Mit der Neuausrichtung möchte die Staatsregierung künftigen Herausforderungen der Landwirtschaft stärker Rechnung tragen und stellt nach eigeen Angaben "noch mehr als bisher die Bedürfnisse der Landwirte, Auszubildenden, Studierenden und Bürger in den Mittelpunkt".

Geht es "nur" um die Landwirtschaft?

Als größte berufsständische Organisation der Försterinnen und Förster in Bayern weist der Bund Deutscher Forstleute (BDF) darauf hin, dass auch die Beschäftigten der Forstverwaltung von dieser Änderung der Organisationsstruktur in nicht unerheblichem Ausmaß betroffen sind.

Standorte der Ämter und ihrer Außenstellen

Der BDF begrüßt ausdrücklich die Zusicherung von Ministerin Kaniber, dass alle Standorte der ÄELF erhalten bleiben. Der forstliche Berufsverband versteht dies als Zusicherung für alle bisherigen Zweigstellen der ÄELF, insbesondere für die forstlichen Außenstellen.

Soziale Belange der Beschäftigten

In den letzten Monaten haben Borkenkäfer, Trockenheit, der Klimawandel und Corona sowie Abordnungen zu anderen Verwaltungen zu einer erheblichen Mehrbelastung der Landwirtschaftsverwaltung und der Forstverwaltung geführt. Die sozialen Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen da-her bei dieser Organisationsmaßnahme verstärkt beachtet werden. Dabei kommt insbesondere der transparenten und gerechten Vergabe von sämtlichen Leitungs- und Führungsaufgaben unter den betroffenen Mitarbeitern größte Bedeutung zu.

Der BDF setzt sich dafür ein, dass alle Beschäftigten der Amtsverwaltungen die Zusage erhalten, an ihrem bisherigen Standort weiter beschäftigt zu werden.

Der sozialverträglichen Umsetzung muss bei der Anpassung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten höchste Bedeutung beigemessen werden. Für alle betroffenen Beamten und Arbeitnehmer sind daher inhaltsgleiche „Grundsätze für personalrechtliche Maßnahmen“ wie bei der Verwaltungsre-form vom 31.01.2005 (Verwaltung 21) zu erlassen. Dies gilt Insbesondere für die Sozialverträglichkeit, für die Erstattung von Mehrkosten und für die Besitzstandwahrung.

Neue Geschäftsordnung

Die neue Geschäftsordnung der ÄELF mit Aufgaben und Zuständigkeiten soll so gestaltet werden, dass die bisherige weitgehende Eigenständigkeit der jeweiligen Bereiche weiterhin erhalten bleibt.

Behördenleitung an den neuen AELF

Die neuen Behördenleiter und Bereichsleiterstellen müssen transparent und möglichst sozialverträglich besetzt werden.
Dabei ist auf ein ausgewogenes Verhältnis der BehördenleiterInnen aus der Landwirtschafts- und der Forstverwaltung zu achten.
Zudem muss an der bewährten Praxis festgehalten werden, dass der stellvertretende Behördenleiter aus dem jeweils anderen Fachbereich (Forst- bzw. Landwirtschaft) kommt als der Behördenleiter.
Des Weiteren haben sich auch im Leitungsdienst die Anforderungen, Aufgabenumfänge und Führungsspannen in den letzten Jahren ständig vergrößert. Trotz Reduktion der Ämterzahlen müssen daher berufliche Perspektiven und Beförderungen mindestens im bestehenden Umfang beibehalten werden.

Amtsverwaltungen

Der BDF erwartet, dass an den neuen Verbundämtern auch die Stellen der Amtsverwaltung transparent und möglichst sozialverträglich besetzt werden. Um eventuelle Härten zu vermeiden, sind insbesondere bei den Verwaltungsleiter/innen unbürokratische Übergangslösungen zu schaffen.

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Pressemitteilung des BDF vom 07.07.2020