Austausch mit dem Bayerischen Waldbesitzerverband

Gute Zusammenarbeit extrem wichtig

„Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Forstlichen Zusammenschlüssen (FZUS), der Bayerischen Forstverwaltung, dem Unternehmen Bayerische Staatsforsten und den größeren Forstbetrieben auf der Fläche halte ich für extrem wichtig“ betonte Bernhard Breitsameter, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, bei einem Gespräch mit dem BDF-Landesvorstand.

Sowohl die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer wie auch der Wald würden davon profitierten.

In den meisten Regionen verlaufe die Zusammenarbeit sehr konstruktiv, hier gebe es kaum Verbesserungsbedarf.

BDF Vorstand und Vorstand des Bayerischen Waldbesitzerverbands

📷 Zufrieden nach einem sehr konstruktiven Meinungsaustausch (v.l.): Hans Ludwig Körner (Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes), Bernd Lauterbach (BDF-Landesvorsitzender); Stefan Kramer (BDF-Vorstand); Bernhard Breitsameter, (Präsident des Waldbesitzerverbandes); Robert Nörr (BDF-Landesredakteur) ; Klaus Schreiber (stellv. BDF-Landesvorsitzender) © Barbara Weindler

Sorgen um Personalgewinnung bei den FZUS

Sorgen bereiten ihm und dem BDF die Personalgewinnung bei den Zusammenschlüssen. Eine gute Bezahlung sei Voraussetzung zur Mitarbeitergewinnung und -bindung und werde von vielen Zusammenschlüssen inzwischen als selbstverständlich angeboten. Dennoch gestalte sich die Personalsuche derzeit sehr schwierig. Der BDF betonte, wie wichtig die erhöhte Ausbildung von bis zu 100 Anwärterinnen und Anwärter sei. Nun müsse intensiv Werbung gemacht werden, um genügend Interessenten für die Anwärterzeit zu finden. Man war sich einig, dass auch an der TUM in Weihenstephan verstärkt für den Forstberuf geworben werden müsse. Der Waldbesitzerverband schlug zudem einen weiteren Technikerlehrgang im dualen System vor.

Der BDF erläuterte die Personalsituation in der Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten. Nach einem Personalabbau seit 1993 von über 3080 Stellen im öffentlichen Forstbereich Bayerns gebe es mit der Waldumbauoffensive 2030 in der Forstverwaltung eine Trendumkehr. 200 neue Stellen sollen bis 2030 ausgebracht werden. In den Bayerischen Staatsforsten wurde zumindest der Personalabbau gestoppt.

Jagdrechtsänderungen sinnvoll gestalten

Für Bernhard Breitsameter sind waldangepasste Wildbestände eine entscheidende Voraussetzung, um klimastabile Wälder zu schaffen und den Wald zu erhalten. Der Waldbesitzerverband setzt sich laut Breitsameter seit vielen Jahren für die Abschaffung der Abschusspläne von Rehwild in „grünen Bereichen“, für flexible Jagdzeiten sowie für eine Synchronisierung der Jagdzeiten ein. Damit werde die Eigenverantwortung vor Ort gestärkt.

Durch die derzeit diskutierten Jagdrechtsänderungen sehe er Chancen zur Verbesserung der Verbisssituation in den Wäldern Bayerns. Das „Forstliche Gutachten“ sowie die „ergänzenden Revierweisen Aussagen“ seien gemeinsam unverzichtbar, um die Verbisssituation nachvollziehbar und neutral zu erheben. In „grünen Bereichen“ (Verbissbelastung „tragbar“ oder „günstig“) solle der verpflichtende Abschussplan abgeschafft werden. In „roten Bereichen“ (Verbissbelastung „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“) solle es einen Mindestabschuss in Verbindung mit einem körperlichen Nachweis sowie verpflichtende Jagdbegänge geben. Hier brauche es klare juristische Formulierungen, da es auf die genaue Ausgestaltung ankomme.

Der BDF erläuterte seine Forderungen, die Abschusspläne in „roten Hegegemeinschaften“ beizubehalten, mehr Eigenverantwortung für die Jagdpächter in der Bejagung von Schalenwild wie z.B. durch flexible Jagdzeiten zu schaffen und das Forstlichen Gutachten zu stärken. 

 

Bundes- und Europapolitik

Mit einem Austausch über Bundes- und Europapolitik und einem gemeinsamen Bekenntnis zu „Schützen und Nutzen“ endete ein sehr konstruktiver und für beide Seiten sehr informativer Meinungsaustausch.

Robert Nörr