Fortschreibung der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie
Stellungnahme des BDF zur Anpassungsstrategie
Der BDF hat auf Einladung des Klimazentrums am Landesamt für Umwelt zum 146-seitigen Bericht „Fortschreibung der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie“ Stellung genommen.
BDF-Forderung: Verbesserung des Waldumbaus
Mit dem Verweis auf den stark voranschreitenden Klimawandel fordert der BDF, dass die Rahmenbedingungen für eine Intensivierung der Waldpflege und des klimagerechten Waldumbaus sehr deutlich verbessert werden müssen:
- Die finanziellen und personellen Ressourcen sind an „Normalverhältnisse“ mit kleineren Schadereignissen ausgerichtet. Konnten die Schadflächen im Frankenwald durch starke Konzentration von Finanzmitteln und Personal noch einigermaßen kontrolliert aufgearbeitet und z.T. bereits wiederbewaldet werden, fehlen bei bayernweiten Großschadflächen, deren Auftreten nur noch eine Frage der Zeit ist, sowohl Finanzmittel als auch Personal in der Bayerischen Forstverwaltung, den Bayerischen Staatsforsten und den Forstlichen Zusammenschlüssen. Hier müssen dringend mehr Ressourcen durch den Freistaat zur Verfügung gestellt werden.
- Ein vorsorgender Waldumbau mit regelmäßiger Waldpflege, frühzeitiger Einleitung einer gemischten Verjüngung, Ergänzung der Naturverjüngung mit klimaangepassten Baumarten und waldangepassten Wildbeständen ist wesentlich kostengünstiger und effektiver als das Management von Katastrophen. Gerade hierfür müssen deutlich mehr Ressourcen durch den Freistaat zur Verfügung gestellt werden.
- Waldpflege und Waldumbau sind Langfristaufgaben mit einem jahrzehntelangen Zeithorizont. Politische Verlässlichkeit und Kontinuität sind daher dringend erforderlich, kurzfristige Änderungen führen zu Verunsicherung und Verlangsamung aller Aktivitäten.
Konkret fordert der BDF,
- den Umbau in klimaresiliente, artenreiche Mischwälder für die Forstbetriebe zu erleichtern, indem die Einnahmesituation der Forstbetriebe u.a. durch eine verstärkte Förderung des Holzabsatzes z.B. durch staatlichen Holzbau und verstärkte Förderung der Holzenergie verbessert wird. So sollten staatliche Neubauten grundsätzlich in Holzbau- oder mindestens Hybrid-Holzbauweise errichtet werden. Bei Sanierungen sollte Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft vorrangig vor anderen Baustoffen verwendet werden;
- die Auswirkungen des Klimawandels auf die Jagd und die geänderten Anforderungen an die Jagd zu thematisieren. Wie vom Obersten Rechnungshof in seinem aktuellen Jahresbericht beschrieben, sind „angepasste Wildbestände … eine zentrale Voraussetzung für einen wirtschaftlichen und erfolgreichen Waldumbau“. Konkrete Maßnahmen hierzu müssen im Bericht beschrieben werden;
- einerseits der hohen Bedeutung des Waldnaturschutzes Rechnung zu tragen. Andererseits dürfen die aufgeführten Maßnahmen im Handlungsfeld Naturschutz nicht zu einer weiteren Einschränkung der aktiven Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel führen. Daher sollten u.a. Trittsteine und andere wichtige Waldnaturschutzelemente als Schutzflächen anerkannt werden und für die Umsetzung der 2 Prozent-Wildnis-Strategie bereits vorhandene Schutzgebiete verwendet werden;
- eine bessere Förderung des Holzbaus mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in den Bericht mit aufzunehmen. Holzhäuser weisen ein sehr ausgeglichenes Raumklima auf, eine Dämmung mit Holzfasern bietet beispielsweise einen hervorragenden Hitzeschutz;
- die noch fehlenden zusätzlichen Personalstellen aus der Waldumbauoffensive 2030 rascher als bisher geplant der Forstverwaltung zur Verfügung zu stellen;
- den Klimawaldfonds der Bayerischen Staatsforsten von 200 Mio € auf 500 Mio € als Risikovorsorge aufzustocken;
- um das Ziel „Klimawald“ unter stark geänderten Rahmenbedingungen zu erreichen, deutlich mehr Forstpersonal in die Bayerischen Staatsforsten als bisher einzustellen.