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Pressemitteilung
zur Landesversammlung des BDF Bayern am 27.06.22

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KLIMANOTSTAND IN BAYERNS WÄLDERN –
POLITIK MUSS HANDELN

 Fürth – In Bayerns Wäldern herrscht der Klimanotstand. Unsere Wälder sind unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig leiden sie immens unter der zunehmenden Wärme und anhaltenden Trockenheit. Auf immer größeren Flächen sterben ganze Bestände ab. Die Wälder müssen daher noch rascher zu klimastabilen Mischbeständen entwickelt und umgebaut werden. Hierfür fehlt jedoch in ganz Bayern Forstpersonal.

Bereits im Jahr 2017 hatte die Staatsregierung der Bayerischen Forstverwaltung im Zuge der „Waldumbau-Offensive 2030“ insgesamt 200 weitere Stellen zugesagt. Davon realisierte sie bis heute allerdings im Saldo nur acht zusätzliche Stellen.

In den Bayerischen Staatsforsten ist die Situation noch dramatischer: Mit der Gründung im Jahr 2005 wurde massiv Personal abgebaut und die Zahl der Forstreviere von 580 auf 370 reduziert. Bis heute wurden nochmals weitere 27 % der Stellen eingespart. 

Mehr Förster zur Rettung unserer Wälder

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) als mitgliederstärkste Vertretung der Forstleute in Bayern stellte daher seine diesjährige Landesversammlung unter das Motto „Mehr Förster zur Rettung unserer Wälder“ und verabschiedete dort eine Resolution mit zentralen Forderungen für die bayerischen Wälder im Klima- und Personalnotstand.

Dass das Thema drängt und der Wald auch Bayerns Bürgerinnen und Bürgern am Herzen liegt, zeigt die Teilnahme hochrangiger und zahlreicher Polit-Prominenz an der BDF-Landesversammlung: Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber hielt den Festvortrag, ein Grußwort sprach unter anderem der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger.

Versprechen einlösen

„Angesichts der dramatischen Lage in Bayerns Wäldern muss die Staatsregierung endlich die versprochenen Personalzusagen für die Bayerische Forstverwaltung einlösen“, appellierte Bernd Lauterbach, der Landesvorsitzende des BDF Bayern an die Politik. „In anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes wurden in den vergangenen Jahren tausende neue Stellen geschaffen. Der Wald als das grüne Drittel Bayerns und Klimaretter ist entgegen aller Zusagen fast leer ausgegangen“.

Lauterbach betonte weiter, dass er mit dem derzeitigen Personalstand des Unternehmens Bayerische Staatsforste das politische Ziel, den bayerischen Staatswald zum vorbildlich bewirtschafteten Klimawald zu entwickeln, ernsthaft gefährdet sieht.

Mehr als 400 Förster in Präsenz verabschieden Resolution

Mit jedem Jahr verschlechtert sich der Zustand der Wälder weiter. Der Klimawandel zerstört Wälder und Waldstrukturen in bisher unbekanntem Ausmaß. Schadflächen müssen wiederbewaldet, die vorhandenen Wälder stabilisiert und intensiv gepflegt werden. Eine Generationenaufgabe, für die es deutlich mehr Forstleute braucht.

Der heimische und nachhaltige Rohstoff Holz aus unseren Wäldern muss die notwendige politische und gesellschaftliche Wertschätzung und Unterstützung erhalten. Die Anpassung der Schalenwildbestände durch die Jagd muss im Sinne des Ökosystems Wald erfolgen. Der Natur- und Artenschutz im Wald muss weiter vorangebracht werden. Alle Forderungen der Resolution finden Sie unter www.bdf-bayern.de/Resolution2022.

Beeindruckende Wahlergebnisse

Mit 94 % wurde der bisherige Landesvorsitzende Bernd Lauterbach wiedergewählt.

Als sein neuer erster Stellvertreter kandidierte Klaus Schreiber und erhielt auf Anhieb fast 100 %.

Als weitere Stellvertreter wurden Hannes Deiniger, Sebastian Hofmann, Stefan Kramer und Wolfgang Striegel gewählt mit jeweils über 97 %.