Tarifeinigung 2026: Mehr Geld für TVL-Beschäftigte - Beamte müssen 6 Monate warten

📷 Zähe Verhandlungen im öffentlichen Dienst machten Warnstreiks notwendig: Hier eine Demonstration u.a. mit dem BBB-Vorsitzenden Nachtigall © dbb
BBB und BDF haben kein Verständnis für verzögerte Übernahme des TVL-Abschlusses für bayer. Beamte
„Der öffentliche Dienst hat in den vergangenen Jahren die Handlungsfähigkeit des Staates gesichert und seine Kompetenz bewiesen. Ihn jetzt als Finanzierungsrücklage zu missbrauchen, schwächt nicht nur das Vertrauen der Beschäftigten in ihren Dienstherrn, es schwächt die Institution selbst“, warnt Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB), angesichts der Absichten, Beamtinnen und Beamte in Bayern sechs Monate auf die Besoldungserhöhung warten zu lassen. In einem Brandbrief hat er sich an die Abgeordneten des Bayerischen Landtags gewandt.
Noch im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsparteien zugesichert, „auch weiter zu einer zeitgleichen und systemgerechten Übertragung des Tarifergebnisses auf die bayerischen Beamtinnen und Beamten, insbesondere auch auf die Anwärterinnen und Anwärter sowie die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger“ zu stehen. Diese Aussage hat ihre Gültigkeit verloren.
Nun sollen die Beschäftigten im Beamtenbereich des öffentlichen Dienstes zu unausgewogenen Sonderopfern herangezogen werden. Im aktuell im Landtag zu behandelnden Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027 sind die Mittel aus der verzögerten Besoldungsanpassung bereits eingerechnet. „Das haben die Beamtinnen und Beamten im Freistaat nicht verdient“, betont Nachtigall.
fast 30.000 Unterschriften für Online-Petition
Gemeinsam mit fast 30.000 Beschäftigten, die sich bislang der Online-Petition unter https://change.org/stehtzuuns angeschlossen haben, fordert der BBB die Abgeordneten des Bayerischen Landtags auf, für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, für den öffentlichen Dienst selbst und damit für ein starkes Bayern von Ihrer Stimme im Landtag Gebrauch zu machen und den entsprechenden Teilen des Haushaltsgesetzes nicht zuzustimmen.
Ursprüngliche Nachricht:
Tarifeinigung: Mehr Geld für Beschäftigte der Länder
Nach zähem Ringen am Verhandlungstisch steht das Ergebnis fest: Die rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder erhalten spürbar höhere Entgelte.
Auch der BDF hatte sich an den zahlreichen Streiks beteiligt, um zusammen mit den Dachverbänden dbb und BBB für die Beschäftigten ein besseres Tarifergebnis durchzusetzen. Am 14. Februar 2026 einigten sich die Gewerkschaften (dbb, GEW, ver.di) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der dritten Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifabschluss.
Die Eckpunkte der Einigung im Überblick
Der neue Tarifvertrag sieht eine stufenweise Anhebung der Gehälter vor, um die Inflation und die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufedern:
- April 2026: Erhöhung um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro.
- März 2027: Weitere Steigerung um 2,0 Prozent.
- Januar 2028: Finale Anhebung um 1,0 Prozent.
Laufzeit: Die Vereinbarung läuft bis zum 31. Januar 2028.
Verbesserungen für Nachwuchskräfte und Hilfskräfte
Auch Auszubildende und Studierende profitieren. Für studentische Hilfskräfte ("Hiwis") wurden erstmals verbindliche Mindeststundenentgelte festgeschrieben, die ab dem Sommersemester 2026 auf 15,20 Euro und ab 2027 auf 15,90 Euro steigen. Auszubildende erhalten ab April 2026 monatlich 60 Euro mehr, mit weiteren Erhöhungen in den Folgejahren.

Dein Titel Kommt Hierhin
📷 Demonstration in München am Odeonsplatz © gdp
Stimmen zum Abschluss
Die Gewerkschaften sprechen von einem „wichtigen Signal“ in schwierigen Zeiten, auch wenn das Ergebnis hinter den ursprünglichen Forderungen zurückbleibt.
Der BDF Landesverband Bayern begrüßt die Einigung zwar grundsätzlich als notwendige finanzielle Entlastung für die Beschäftigten in den Forstbetrieben und Verwaltungen, sieht darin jedoch lediglich einen wichtigen Etappensieg.
Um im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft dauerhaft anschlussfähig zu bleiben, fordert der Verband bereits jetzt weitere Anpassungen:
Die Mammutaufgabe Waldumbau lässt sich nur dann erfolgreich bewältigen, wenn für das hochqualifizierte Personal langfristig wettbewerbsfähige Konditionen und attraktive finanzielle Anreize geschaffen werden.
.
Der BDF fordert zudem, die Tarifergebnisse sowohl in den BaySF wie der Forstverwaltung zeitgleich auf die Beamten zu übertragen.
Ministerpräsident Markus Söder hatte allerdings bereits eine um sechs Monate verzögerten Besoldungsanpassung angekündigt, um den Staatshaushalt zu entlasten.
Aus Sicht des BDF stellt dies ein nicht zu begründendes Sonderopfer für die Beamten dar. Wertschätzung für die die unverzichtbare Arbeit der Forstleute sieht anderes aus.










